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Augenarztpraxis Marion Belgardt Wilmersdorf Telefon
030 - 86 40 96-33 / -34 DAS
GLAUKOM Das Glaukom,
auch grüner Star genannt, ist eine Erkrankung des Auges, deren
wesentliches Merkmal eine Erhöhung des Augeninnendruckes darstellt.
Im Auge wird ständig eine Flüssigkeit , das sogenannte Kammerwasser,
gebildet. Diese Flüssigkeit verläßt das Augeninnere wieder: zum einen
über den sogenannten Kammerwinkel. Der zweite - weniger bedeutende
- Weg geht über das Venensystem des Auges. Entsteht ein Ungleichgewicht
zwischen Bildung und Abfluß des Kammerwassers kommt es zu einem Anstieg
des Augeninnendruckes. Dies wiederum führt zu einer Druckschädigung
des Sehnervenkopfes. Ebenso ist eine Verminderung der Durchblutung
des Sehnervenkopfes die Folge. Im weiteren Verlauf sterben Sehnervenfasern
ab und es kommt zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Dieser Prozeß verläuft
im Allgemeinen langsam und ohne weitere Beschwerden, so daß der Betroffene
zu Beginn der Erkrankung nichts bemerkt. Sind alle Sehnervenfasern
abgestorben, kommt es zu Erblindung des Auges, da es zur Zeit noch
keine Möglichkeit gibt, abgestorbene Sehnervenfasern wieder herzustellen.
Das
Absterben der Sehnervenfasern ist also zum einen ein mechanischer
Prozeß, zum anderen aber auch Folge einer schlechten Durchblutung.
Am häufigsten
finden wir das "primäre Offenwinkelglaukom" - "Glaucoma chronicum
simplex". Es ist charakterisiert durch einen offenen und weiten Kammerwinkel.
Diese Form tritt gehäuft ab dem 40. Lebensjahr auf und findet sich
dann bei jedem 200. in der Bevölkerung. Sonderformen
des Offenwinkelglaukoms stellen das Kapselhäutchenglaukom - Glaucoma
capsulare und das Pigmentdispersionsglaukom dar. Beim
"Engwinkelglaukom" ist der Kammerwinkel eng, das heißt die gebildete
Flüssigkeit kann nicht ungehindert abfließen. Es liegt eine Vorwölbung
der Iris vor, so das der Abfluß mechanisch verengt ist. Hier kann
es durch völlige Verlegung des Abflusses zu einem akuten Druckanstieg
kommen: den sogenannten Glaukomanfall. Er geht häufig mit heftigen
Kopfschmerzen, aber auch Übelkeit und Erbrechen einher. Es handelt
sich um eine Notfallsituation, die der sofortigen Therapie - zunächst
medikamentös, dann operativ - bedarf. Es gibt
aber auch Menschen, die Veränderungen des Sehnerven und Gesichtsfeldausfälle
entwickeln, obwohl der Augeninnendruck stets unter der magischen Grenze
von 20 - 21 mmHg bestimmt wird. Hierbei handelt es sich um das sogenannte
"Normaldruck"- oder "Low Tension" Glaukom. Eine Minderdurchblutung,
insbesondere auch nächtliche Blutdruckabfälle, sind hierfür verantwortlich.
Umgekehrt
gibt es auch Menschen, bei denen ein jahrelang bestehender hoher Augendruck
zu keiner Schädigung der Sehnervenfasern führt. Dies bezeichnet man
als "okuläre Hypertension". Eine
Glaukom kann aber auch schon angeboren sein, das sogenannte "juvenile
Glaukom". Bei dieser Form wird das Kind bereits mit einem erhöhten
Augendruck geboren, da die Abflußwege von einer Membran bedeckt ist
und so den Abfluß des Kammerwassers verhindern. Eine sofortige Operation
ist zum Erhalt der Sehkraft unbedingt erforderlich! Als "Sekundärglaukome"
bezeichnet man solche, die als Folge einer anderen Augenerkrankung
entstanden sind. Hierzu zählen beispielsweise Entzündungen, Blutungen,
alte Verletzungen, Zustände nach Gefäßverschlüssen oder auch Tumore.
Die
Diagnose eines Glaukoms stützt sich auf drei Parameter: Der Augeninnendruck
sollte sich in einem Bereich von 10 bis 20 mmHg bewegen. Die Messung
des Augeninnendruckes kann auf verschiedene Weise erfolgen. Die beiden
gebräuchlichsten Methoden sind die sogenannte Applanationstonometrie
und die Non- Contact- Tonometrie. Sie sollte ab dem 40. Lebensjahr
mindestens zweimal pro Jahr durchgeführt werden. Aber auch vor dem
40. Lebensjahr sollten Messungen erfolgen, da ein Glaukom in jedem
Lebensalter auftreten kann! Beim
Tagesdruckprofil werden an einem Tag mehrere Werte ermitteln, um zu
erfahren, wie sich der Augendruck im Verlauf des Tages verhält und
welches die höchsten Werte sind, um so über die notwendige Therapie
entscheiden zu können. Die Gesichtsfelduntersuchung
wird heute überwiegend mit Hilfe eines Computerprogrammes durchgeführt..
Nur durch konzentrierte Mitarbeit des Patienten können verläßliche
Ergebnisse erzielt werden. Diese Untersuchung sollte bei bestehendem
Glaukom mindestens halbjährlich durchgeführt werden. Der Befund
des Sehnervenkopfes wird ebenfalls mindestens zweimal im Jahr erhoben.
Verdächtige Veränderungen sind Aushöhlungen des Sehnervenkopfes oder
auch Blutungen am Papillenrand. Ist einer
der drei oben genannten Parameter auffällig, so sind weitere diagnostische
Maßnahmen erforderlich. DIE
THERAPIE Die Therapie
der Glaukome erfolgt zunächst mit Augentropfen, die einmal bis mehrmals
täglich getropft werden müssen. Auch Kombinationen verschiedener Wirkstoffe
sind möglich. Ist die Tropfentherapie nicht ausreichend oder können
Tropfen zum Beispiel wegen Unverträglichkeitsreaktionen nicht gegeben
werden, kann in ausgewählten Fällen eine besondere Laserbehandlung,
die sogenannte Lasertrabekuloplastik, erfolgen. Als letzte Therapiestufe
erfolgt die Operation, bei der versucht wird, je nach Methode, künstliche
Abflußwege zu schaffen. Warum
Vorsorge so wichtig ist Gefährdet
sind insbesondere Menschen, die älter als 40 Jahre sind, stärkergradig
Kurzsichtige, Diabetiker und Personen, in deren Familien bereits Glaukomerkrankungen
aufgetreten sind. Eine rechtzeitige Früherkennung bietet all diesen
Risikogruppen die Chance, den Krankheitsverlauf noch zu stoppen. Ab
dem 40. Lebensjahr sollten daher regelmäßige Augenarztbesuche und
die Messung des Augeninnendruckes (Tonometrie) zur Selbstverständlichkeit
werden. Leider
wird die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung von den Krankenkassen
derzeit noch nicht übernommen. Diese Früherkennung gehört zu den sogenannten
"Individuellen Gesundheitsleistungen (IGEL), die die Versicherten
selbst bezahlen müssen. Kostenpunkt 30 DM. Die Krankenkassen
bezahlen eine Glaukomuntersuchung erst dann, wenn ein konkreter Verdacht
auf Grünen Star besteht oder bereits eine Erkrankung festgestellt
wurde. Haben
Sie weitere Fragen? Wir beantworten sie Ihnen bei Ihrem nächsten Besuch
gerne! DIE
CATARACT - DER GRAUE STAR Als Cataract
-oder auch grauer Star genannt- wird eine Trübung der Augenlinse bezeichnet,
die im Verlauf zu einer Verschlechterung des Sehvermögens führt. Eine
Einteilung des grauen Stars kann nach verschiedenen Kriterien erfolgen,
wie zum Beispiel Ursache, Manifestationsalter oder nach der Trübungsform.
Am häufigsten ist die altersabhängige Cataract. Es gibt aber auch
angeborene Formen des grauen Stares und solche, die aufgrund von Allgemeinerkrankungen
(z.B. Stoffwechselerkrankungen), als Folge von Verletzungen oder Entzündungen
oder im Zusammenhang mit Medikamenteneinnahmen entstehen. Allen Formen
ist gemeinsam, daß die einzig wirksame Therapie die operative Entfernung
der getrübten Linsen darstellt, im allgemeinen mit Einpflanzen einer
künstlichen Linse. Eine medikamentöse Behandlung des grauen Stars
ist nicht möglich! Die Operation
des grauen Stars kann ambulant oder stationär (ca. 2 - 3 Tage) erfolgen.
Die Auswahl für den einzelnen Patienten hängt von verschiedenen Faktoren
ab: vor allem von Begleiterkrankungen, Gehfähigkeit und häuslicher
Versorgung , qualitativ sind beide Möglichkeiten gleichwertig. |
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